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Von Ulm bis in die Wüste
AEGMIS ist Bahnlieferant des Jahres - Marktführer bei LCD-Anzeigen
Millionen Reisende schauen jeden Tag auf die blau-weißen Anzeigen von AEGMIS. Das Unternehmen ist weltweit aktiv, rüstet Bahnhöfe, Flughäfen und Busse aus. Von der Bahn gab es das Lieferantenprädikat.
PETER HENRICHMANN
Paris, Dortmund, Tübingen: LCD-Anzeige von AEGMIS in Stuttgart. Firmenfoto
Berlin/Ulm Die Zuganzeige am Bahnsteig auf dem Ulmer Bahnhof leuchtet, Abfahrt nach München 6.55 Uhr. Ankunft 8.20 Uhr, umsteigen am Hauptbahnhof. Die Flüssigkristall (LCD)-Anzeige leuchtet, S 4 ab Gleis 1 zum Flughafen. Dort ein Blick auf die Info-Tafel, Abflug nach New York um 12.30 Uhr von Flugsteig 42. Landung auf dem John-F.-Kennedy-Airport, weiter nach Manhattan. Dort in der Grand Central Station in den Regionalzug, "Platform 3" steht auf der LCD-Anzeige.
Wer unterwegs ist, kann ihnen nicht entkommen: Die Flüssigkristall (LCD)-Anzeigen von AEGMIS aus Ulm leuchten weltweit. Vor allem Bahnkunden schauen oft auf die blau-weiß leuchtenden Tafeln. Sie glänzten auch auf der Innotrans, der Leitmesse für Verkehrstechnik am Wochenende in Berlin zu Ende ging: AEGMIS erhielt dort von der Deutschen Bahn das DB-Lieferantenprädikat in der Kategorie Informationssysteme.
"Auf Deutschlands Bahnhöfen hängen bisher 2500 Anzeigen, 3000 sollen es werden ", sagt AEGMIS-Geschäftsführer Reiner Bayrle. Das Unternehmen ist in Deutschland mit rund 60 Prozent Marktanteil Marktführer und daneben besonders in der Schweiz und Ungarn aktiv.
So richtig angefangen hat es vor elf Jahren. Zusammen mit Peter Mack hat Bayrle - schon damals waren beide bei der AEG in Ulm - das Unternehmen vom Daimler-Konzern gekauft, ein so genanntes Management-Buy-Out. "Meine Aufgabe war damals, das Unternehmen zu verkaufen", sagt Bayrle, dessen Ehrgeiz dadurch geweckt wurde. "Das machen wir selber", hat er sich damals mit Mack gedacht und an sich selbst verkauft. Bis heute sind die beiden geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens. "1997 haben wir 12 Mio. EUR Umsatz gemacht, 2007 waren es 38 Mio. EUR", sagt Bayrle, der auf der Messe in Berlin viele Hände schütteln musste, besonders gern die von Bahnchef Hartmut Mehdorn, der ihm den Lieferantenpreis überreichte.
Die Auszeichnung wird in zehn Kategorien vergeben, insgesamt hat die Bahn rund 35 000 Lieferanten. "Wir waren 2003 schon einmal Preisträger", sagt Bayrle. Die Auszeichnung der Bahn macht ihn nicht nur stolz, sie nützt auch dem Unternehmen: ",Die Deutsche Bahn hats, nehmen wir es halt auch, denken neue Kunden." Auch die belgische Bahn hat das gedacht, "demnächst statten wir alle belgischen Bahnhöfe aus".
AEGMIS setzt aber nicht nur auf die Eisenbahn, sondern auch auf gummibereifte Busse und Busbahnhöfe. Im englischen Leeds lesen die Buskunden auf "bistabilen" LCD-Anzeigen, wo es wann für sie los geht. In der neuen, energiesparenden Technik sieht Bayrle die Zukunft. "Strom wird dabei nur einmalig bei der Eingabe der Informationen gebraucht, nicht für die Darstellung auf dem Monitor."
Und jetzt gehts auch noch in die Wüste. Allerdings denkt der promovierte Physiker Bayrle, der schon an der Uni Ulm studiert hat, dabei nicht an Auslagerung. Er setzt voll auf seine 140 Mitarbeiter am Firmensitz Ulm und im firmeneigenen Software-Büro in Ravensburg. In die Wüste geht er mit seinen Produkten: In den Stadtbussen in Dubai am Persischen Golf leuchten LCD-Anzeigen von AEGMIS.
Erscheinungsdatum: Montag 29.09.2008
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